Ironman Hamburg 2024 – 5 Lektionen aus meinem Erlebnis

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(Ironman Hamburg Erfahrungsbericht – Kilo & Meter Club)

Einleitung

Auch nach 16 Monaten fühlt es sich immer noch unglaublich an, an den Sonntag, den 02.06.2024 zurückzudenken.
Weder meine Frau noch meine Töchter sollten das jetzt lesen – aber dieser Tag war der schönste und gleichzeitig auch der brutalste Tag meines Lebens.

Ein Ironman ist mehr als Sport. Man verbringt so viele Stunden mit sich selbst – mit Gedanken, die von „Der hat aber eine schöne Wade“ bis hin zu „Was würde ich machen, wenn ich von heute auf morgen pflegebedürftig wäre?“ reichen.

Viele sagen: Man macht solche Extremerfahrungen, um über seine Grenzen hinauszugehen.
Das stimmt – aber noch wichtiger ist die Erkenntnis, wo diese Grenzen überhaupt liegen. Denn nur wenn man sie kennt, kann man sie verschieben.

Hier meine Top 5 Lektionen aus meinem ersten Ironman in Hamburg:


1️⃣ Egal wie müde dein Körper ist – du bist bereit!

Am Morgen des Rennens fühlte ich mich wie ausgelaugt. Null Lust, schwer aus dem Bett gekommen, einfach kaputt. So ähnlich wie in den harten „Peak-Wochen“ davor.

Aber: Ich hatte 2,5 Jahre lang trainiert, gut geschlafen in der letzten entscheidenden Nacht – und war gesund. Nur müde.

Also gab es zwei Optionen: Alles hinschmeißen – oder mich in die Wechselzone schleppen. Ich wählte Letzteres und nutzte meinen altbewährten Trick: Mini-Schritte. Tasche packen. Hinfahren. Umziehen. „Wenn ich nach 10 Minuten immer noch keine Lust habe, höre ich auf.“
Meistens bleibt man dann doch dabei.

Als ich schließlich ins Wasser ging, kam plötzlich das Adrenalin. Auf einmal war ich bereit – auch dank der Füße und Arme, die mir ins Gesicht geschlagen wurden 😉.


2️⃣ Lass dich nicht von „Lutschern“ ärgern

Im Triathlon gilt in den meisten Rennen: Windschattenverbot. Mindestens 12 Meter Abstand sind Pflicht.
Viele halten sich daran – doch es gibt auch Gruppen, die wie Raketen an dir vorbeischießen.

Mein Tipp: Ärgere dich nicht. Es kostet nur Energie.
Bleib bei dir, freu dich, dass du fair unterwegs bist – und kein Arschloch.


3️⃣ Essen & Trinken auf dem Rad sind das A und O

Ein Ironman verbrennt Unmengen Energie. Bei mir waren es an dem Tag rund 9.500 kcal – plus Salz, Elektrolyte und Flüssigkeit.

Die ersten 3–4 Stunden lief es gut: Gels, Kohlenhydrate, alles planmäßig.
Aber: Ich habe zu wenig getrunken. Teilweise schlicht vergessen.

Das Ergebnis kam später beim Laufen: Magenprobleme.
Denn Energie kann der Körper nur aufnehmen, wenn ausreichend Flüssigkeit dazukommt. Ansonsten bleibt der „Klumpen“ im Magen. Und genau das ist passiert.


4️⃣ Der Ironman-Tag ist deine Belohnung

Diesen Satz hatte ich oft gehört – und er stimmt.

Die 226,2 Kilometer sind nur ein kleiner Teil im Vergleich zu den tausenden Trainingskilometern davor. Die dunklen Wintertage, die Kälte, die stundenlangen Einheiten – das ist der harte Teil.

Der Wettkampftag ist die Belohnung.
Genieß es: die Kinder am Straßenrand, die dich anfeuern, die netten Supporter, das Lächeln deiner Familie.
Das sind die Momente, die bleiben.


5️⃣ Ein Ironman löst nicht alle Probleme

Das Gefühl im Ziel ist unbeschreiblich. Es bleibt dir für immer. Aber:

Ich war – und bin – immer noch übergewichtig.
Denn Sport ist kein Wundermittel zum Abnehmen. Man sollte Sport machen, um einen Ausgleich zum Alltag zu haben – und weil er Spaß macht.

Abnehmen funktioniert nur durch langfristige, gesunde Gewohnheiten. Sport kann dabei unterstützen – schöner, ja – aber er ersetzt keine Veränderung im Alltag.

Und ja, ich kenne das: „Belohnung“ nach harten Einheiten. Das hat mich immer wieder zurückgeworfen.


Fazit

Das waren meine Top 5 Lektionen aus Hamburg – und es gibt eigentlich noch so viele mehr.

👉 Und du?
– Was waren deine größten sportlichen Erlebnisse?
– Kennst du den „Belohnungsgedanken“ nach dem Training?
– Wie gehst du damit um?

Kilo runter, Meter rauf – dein Sergio

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